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Automotiv - Fahrerbedienteil für Dachluken (Hatch Control)

In der Vergangenheit wurden die Dachluken in Omnibussen meist über gewöhnliche Schalter gesteuert. Eine Dachluke kann vorne und hinten aufgestellt werden. Das bedeutet zwei Schalter und zwei Leitungen für eine Luke. Bis zu vier Luken können in einem Bus verbaut sein. Das bedeutet schon mal bis zu acht Schalter und acht Leitungen. Eine Kontrollleuchte, die den Zustand der Lukenposition signalisiert wäre ebenfalls wünschenswert. Das macht schon mal bis zu vier weitere Kabel und vier Signallampen. Noch nicht berücksichtigt wurden Störungsmeldungen und weitere sinnvolle Verknüpfungen mit anderen elektrischen Signalen wie zum Beispiel dem Potential KL15 (Zündung). Der Verkabelungsaufwand für den OEM ist hoch, soll ein Mindestmaß an Komfort erreicht werden.
Unter der Ident-Nummer "9411" entwickelte und fertigt die Exotronic GmbH ein Fahrerbedienteil, welches über einen seriellen Bus mit den Dachlukensteuerungen z. B. DHC kommuniziert. Jedes Steuergerät ist dabei parallel mit nur drei Leitungen verbunden:

- Plus
- Daten
- Minus

Plus und Minus dienen der Stromversorgung der Steuergeräte. Über die Datenleitung läuft die eigentliche Kommunikation.




Vorteile des Verkabelungs-
konzeptes

Es werden Leitungen und Kontakte eingespart, was die Kosten senkt und die Zuverlässigkeit erhöht. Die Verkabelung ändert sich nicht, wenn Funktionen hinzugefügt oder weggelassen werden, was die Einführung von Baugruppen mit veränderten Eigenschaften und die Variantenbildung erleichtert. Die Verkabelung ist einfach und zukunftsfähig. Die Plusleitung zu den Dachlukensteuerungen wird von Dauerplus (KL30) elektronisch getrennt. Dies führt zu einer Ruhestromsenkung um 75 Prozent. Auf diese Weise entsteht ohne jeglichen weiteren Aufwand eine RESET-Funktion. Die relativ teueren Schutzmaßnahmen gegen den Load-Dump-Impuls müssen nicht mehr in jede Lukensteuerung integriert werden. Es genügt, sie an zentraler Stelle im Fahrerbedienteil vorzusehen, was zu einer Kostensenkung der Komponenten führt. Auf einfache und kostengünstige Weise lassen sich die Dachluken diagnosefähig gestalten. Fehlermeldungen sind Bestandteil des Datenprotokolls zwischen den Busteilnehmern. Günstiger Weise erfolgt die Verwaltung des Fehlerspeichers ebenfalls zentral im Fahrerbedienteil. Die Hauptvorteile ergeben sich für den Fahrer selbst, denn das intuitive Bedienkonzept ist schnell erklärt. Durch einmalige Betätigung der Taste SEL (select) sind zunächst alle vorhandenen Luken ausgewählt. Durch weiteres Drücken der Taste SEL kann separat jede Luke angewählt werden. Mit den selbsterklärenden Tasten kann anschließend die gewünschte Lukenposition eingenommen werden, wobei die Wirkung der Tasten sich auf die ausgewählten Luken beschränken. Eine Szene kann durch längeres Drücken der Taste MEM (memory) gespeichert werden.

Bei kurzzeitiger Betätigung wird die zuletzt gespeichte Szene aufgerufen. War es früher nötig, mehrere Schalter in Position zu bringen, um eine bestimmte Dachluken-Szene hervorzurufen, genügt es jetzt in vielen Fällen, eine oder zwei Handlungen vorzunehmen. Das Fahrerbedienteil hat ein aufwendiges Powermanagement. Es beginnt damit, dass das Einschalten der Betriebsspannung für die Busteilnehmer in Abhängigkeit der Lastkapazität erfolgt. Die Spannungsanstiegsgeschwindigkeit des Softstarts regelt sich so, dass ein Maximalstrom nicht überschritten wird. Das Absetzen der Kommandos erfolgt geringfügig zeitversetzt, um zu verhindern, dass die Anlaufströme aller Antriebe zeitlich zusammenfallen. Es können Sicherungen mit geringerem Nennstrom und damit geringere Kabelquerschnitte eingesetzt werden. Das Fahrerbedienteil verfügt über vier universelle Eingänge und zwei Ausgänge. Ein Eingang ist bei Bedarf mit Zündung (KL15) zu beschalten, was bewirkt, dass nach dem Ausschalten der Zündung die Luken zeitverzögert Schließen, sofern keine Bedienhandlungen vorgenommen werden. An einem Ausgang steht ein High-Potential für den Zeitraum zur Verfügung, in dem nicht alle Luken vollständig geschlossen sind. Diese Potential kann zur Signalisierung genutzt werden, um zu verhindern, dass mittels des Hauptschalters die Trennung erfolgt, bevor alle Luken komplett geschlossen sind. Über zahlreiche Parametrierfunktionen können OEM-spezifische Anpassungen vorgenommen werden, sofern dieses durch die für den Vertrieb bestimmte Frima mitgetragen wird.

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